David Tremlett  
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  Wandzeichnung / walldrawing, Dörrie * Priess Galerie, Hamburg 1988  
     


David Tremlett
" Drawing for a wall 18", 1996

Pastell auf Karton

 
 
Wandzeichnung in einer ehemaligen Kapelle in Barolo/Italien

David Tremlett ist ein englischer Künstler, der für seine Wandzeichnungen international
bekannt ist. Nach konzeptuellen Arbeiten mit Zeichnung und Fotografie seit Anfang der 70er Jahre
entwickelte David Tremlett sein Werk wie andere englische Künstler seiner Generation,
z.B. Richard Long und Hamish Fulton, auf ausgedehnten Reisen, vor allem durch Afrika und Asien.

Auf diesen Reisen entdeckte er für sich universelle Zeichen- und Bildsprachen in der Gestaltung von
Architektur, Orten und Landschaften der Welt und erkannte die Möglichkeiten, sich mit
bewusst einfachen Mitteln künstlerisch auszudrücken.

Vor dem Hintergrund eines neuen Skulpturbegriffs der concept art "modulierte" Tremlett fortan
seine Wandzeichnungen mit einfachen Formen in Erdfarben, also mit den reinen Pigmenten.
Seine Formensprache entwickelt der Künstler nach Gestaltungen, die er etwa bei Häusern in Afrika
und Asien findet. Er arbeitet ausschließlich mit Pastellkreide direkt auf die Wand. "Unter seinen Händen"
wird die Wand zur Skulptur, die Fläche und Raum definiert.

Auf seinen Reisen realisiert Tremlett oft Wandzeichnungen direkt vor Ort. Seine Künstlerbücher,
die zum Teil auch in den Reiseländern, etwa in Indien, gedruckt werden, dokumentieren diese
Arbeiten und sind eigenständige künstlerische Werke.

Neben den Wandzeichnungen gibt es seit den 80er Jahren von David Tremlett ausschließlich Arbeiten
auf Papier. Die Pastellzeichnungen auf Karton bringt Tremlett von den Reisen mit und sie
entstehen im Atelier in England.

Die auf den Reisen in fremden Kulturen erlernten Zeichen und geometrischen Formen transferiert
Tremlett quasi mit seinen Zeichnungen in europäische und amerikanische Bauten. In temporären
Galerieausstellungen und in dauerhaften "wall drawings" für Museen, Unternehmen und
Privathäuser schafft Tremlett Arbeiten besonderer Intensität.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass Tremlett allein oder mit Assistenten direkt mit den Händen auf
die Mauer arbeitet. Das Körperliche der künstlerischen Arbeit bleibt spürbar. So finden sich
Anklänge an die Kraft archaischer Bauten und an die Geborgenheit, die Erdfarben, einfache Formen
und eine universelle Bildsprache vermitteln.

David Tremlett war 1972 Teilnehmer der documenta 5 und war 1992 auf der short list für den
Turner Prize. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen in bedeutenden Museen wie
z.B. dem Centre Georges Pompidou in Paris, dem Stedelijk Museum Amsterdam und
dem Pecci Museum in Prato gezeigt.


neueste Wandzeichnung:
Im September 2011 wurde in der Tate Britain in London das zentrale Treppenhaus von David
Tremlett ausgestaltet. Die Arbeit wird mindestens bis 2016 permanent zu sehen sein.

letzte Ausstellungen:
"Drawing Rooms", Wandzeichnungen, in der Hamburger Kunsthalle, bis Januar 2011
"Oevres sur papier 2006-2009", MAMAC, Nice/Nizza, 28. Mai - 26. September 2010

neue Bücher:
Anläßlich der Ausstellung im Forte di Bard ist ein umfangreiches Buch über die Wandarbeiten
Tremletts in den letzten 10 Jahren erschienen:
"David Tremlett. Walls. Wall Drawings 2001 - 2010, a cura di Nicoletta Pallini" und
ein neuer Katalog der Hamburger Kunsthalle dokumentiert die in Hamburg neu entstandenen
Wandzeichnungen.

 



Holger Priess * Galerie 20459 Hamburg - Admiralitätstr. 71 - (+49)040/89064721 - info@holgerpriess.com